Im Osten was Neues
Donnerstag, 12. Juni 2014
Rise Against
japan | 12. Juni 14
Jaja. Lang nix geschrieben. Ich weiß schon.

Und auch jetzt nix bedeutsames. Im CD-Spieler (total old school, weiß ich auch) dreht gerade die Endgame von Rise Against und ich denke nur, was für ne geile Mucke. Würde gerne lauter machen, aber dann hustet mir N was und vermutlich auch die Nachbarn...

Natürlich kann man RA vorwerfen, dem Kommerz verfallen zu sein (wie auch Bad Religion mal), aber ich finde es rockt wie Sau und man spürt, dass sie es immer noch ernst meinen. Und das zählt doch, oder?

Rock on! As hard as you can. ;-)
/J

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Samstag, 15. Februar 2014
Eingeschneit!
japan | 15. Februar 14
Naja, nicht in Yokohama - auch wenn einen manche Medien das glauben machen wollen. Es gab im Großraum Tokyo zwar letztes Wochenende für hiesige Verhältnisse ordentlich Schnee, aber eine Katastrophe war das (noch) nicht.

Wir sind aktuell in der Nähe von Minakami in der Tenjin Lodge und seit drei Tagen schneit es im Prinzip ununterbrochen. Heute Nacht immerhin genug, um alle Autos im Hof unter dicken Schneehaufen verschwinden zu lassen und die Straßen (die der Evo gestern Abend noch beeindruckend gemeistert hat) unpassierbar zu machen.

Ein Anruf unseres Gastwirtes Kieran bei der Straßenverwaltung ergab dann, dass heute wegen Lawinengefahr nicht geräumt werden würde... Zum Glück hat er nach eigener Aussage genügend Bier, Baked Beans und Petroleum für die Heizer im Haus. Und die Skigebiete in der Umgebung haben sowieso geschlossen...

Eine Stunde später kommt dann aber doch ein monströser Caterpillar Radlader die Bergstraße heraufgedröhnt, drückt Tonnen von nassem Schnee die Böschung hinunter und unter den Gästen der Tenjin Lodge macht sich eine gewisse Erleichterung breit...

Allerdings scheint es heute Morgen (wie letzten Samstag) auch wieder in Yokohama und Tokyo geschneit zu haben und alle Expressways sind derzeit geschlossen. Also harren wir weiter aus und hoffen darauf, dass der Schneefall bis morgen nachlässt. Ich bin sicher, dass uns der treue Evo dann sicher wieder zurück bringt. Die gestrige Fahrt durch den über 10cm tiefen Schnee hat mich jedenfalls weiter von den überragenden Allwetterfähigkeiten der schwarzen Beulenpest überzeugt...

/J

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Mittwoch, 1. Januar 2014
Gutes neues Jahr!
japan | 01. Januar 14
Kein Zweifel, hier sind wir etwas voraus. Seit gut drei Stunden haben wir nun schon 2014 und da ist es wohl legitim, dass wir den Daheimgebliebenen im Westen schon mal ein gesundes, erfolgreiches und zufriedenstellendes neues Jahr wünschen.

Wir haben jedenfalls schön mit Yuka und Hiroki gefeiert und gespeist. Und vor allem das neue Jahr stilecht im Tempel auf buddhistische Art begrüßt. Die einzige Gelegenheit im Jahr, zu der man einmal selbst die große Glocke schlagen darf wollten wir uns nicht entgehen lassen...

Viele Japaner gehen zu Mitternacht in einen Tempel oder Schrein und wünschen sich und anderen das Beste für das neue Jahr. Damit einen die Götter aber erhören, muss man sie etwas aufmerksam machen, z.B. mit einem beherzten Schlag auf die große Glocke oder etwas klimperndem Geld im Opferkästchen. Am besten wirkt natürlich beides. Dann kann man seine Wünsche sicherheitshalber noch auf einen Zettel oder ein Holztäfelchen schreiben und das an dafür vorgesehener Stelle im Tempel festknoten. Damit sollte im neuen Jahr dann wirklich nichts mehr schiefgehen.

Im benachbarten Shinto-Schrein hat uns nur die lange Schlange abgeschreckt, sonst hätten wir den natürlich auch noch mitgenommen. Dort gibt es nämlich meist noch einen warmen Sake zur Begrüßung.

Hier ein paar Eindrücke (sorry für die armselige Qualität, es war reichlich dunkel und die Kamera hat wirklich das beste rausgeholt).


Der Aufgang zum Tempel


Für wen die Glocke schlägt...


Eingang zum Haupttempel - Schuhe aus!


Happy new year!

Unsereiner verkriecht sich jetzt langsam in die Falle, da es morgen ja schon weiter nach Shanghai geht.

/J

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Mittwoch, 23. Oktober 2013
Japan medial
japan | 23. Oktober 13
Es gibt ja nicht nur Fukushima in Japan, tatsächlich werden auch andere Aspekte des bunten Lebens auf der großen Inselgruppe zwischen Chinesischem Meer und Pazifik gelegentlich in den ausländischen Medien beleuchtet.

Deshalb fasse ich mich heute kurz und überlasse das Schreiben einmal denen, die davon leben und poste ein paar Links zu (wie ich finde) interessanten Artikeln, die ich selbst in den letzen Tagen geschickt bekommen habe.

In diesem Artikel, auf den unser Freund Martin aufmerksam gemacht hat, vermittelt FAZ.net einen Einblick in die moderne japanische Gesellschaft und einige ihrer Eigenheiten. Ich muss sagen, dass mir so manches in dem Beitrag seltsam bekannt vorkommt, auch wenn ich erst ein gutes Jahr hier bin.

Hier geht um die Freude der Japaner am anderen Geschlecht, welche bizarren Blüten das treibt und (mögliche) Konsequenzen daraus.

Das selbe Thema griff der Guardian, bzw. Observer einen Tag zuvor deutlich ausführlicher auf. Mir scheint sogar, dass dieser englischsprachige Artikel im Grunde die Vorlage für obigen Beitrag ist.

Abschließend mag man zwar feststellen, dass es in Deutschland sowie in vielen anderen westlichen Industrieländern vielleicht nicht ganz so düster ausschaut, aber es deutet doch einiges darauf hin, dass gewisse Anzeichen für ähnliche Entwicklungen auch dort erkennbar sind. Womöglich sind uns die Japaner auch hierbei einfach etwas voraus..?

Also: munter bleiben!

/J

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Donnerstag, 26. September 2013
Aber sicher.
japan | 26. September 13
Kfz-Versicherungen: ein weiteres spannendes Thema in Japan...

Ist ja in Deutschland schon kompliziert und undurchsichtig genug, aber auch hier schaffen es die Japaner (zumindest bei mir), einen noch höheren Verwirrungsgrad zu erzeugen. Natürlich liegt das auch wieder mit an der Sprache, aber trotzdem die Geschichte dazu.

Es fing damit an, dass wir ein zweites Mopped angeschafft haben (war günschtig). Umschreibung etc. hat der vorherige Besitzer noch für uns erledigt, er war Lehrer an der Deutschen Schule und kehrt Japan nach 4 Jahren den Rücken. Der Behördenmarathon blieb uns hierbei also erspart.

Nun hat man zwar eine Pflichtversicherung, ohne die es keine Zulassung gibt, aber der Deckungsumfang ist so lächerlich, dass man unbedingt noch eine freiwillige Zusatzversicherung abschliessen sollte, die im Falle des (Un-)Falles dann auch höhere Schäden am fremdem Leib und Eigentum deckt. Bereits ein Bagatellschaden überschreitet die Deckungssumme dieser Pflichtversicherung und daher ist es selbst für notorische Unterversicherer wie mich eindeutig angezeigt, entsprechend vorzusorgen.

Bei der im letzten Jahr erfolgten Fuhrparkgründung war das fast kein Problem, da es erfreulicherweise Honda-san gab; einer der wenigen Japaner, die des Englischen mächtig sind und seines Zeichens Versicherungsmakler. Ein kleiner Ortstermin in der Firma und schon waren die Suzi und später der Evo adäquat versichert.

Mitte diesen Jahres kündigte sich dann jedoch verhalten Unheil an: Eine etwas schwierig interpretierbare Mitteilung in lupenreinem Janglish informierte, dass Honda-san seine Agentur verlässt und zu einem neuen Arbeitgeber wechselt. Da letzterer die bei Expats beliebte Versicherung nicht im Portfolio hat, entfällt also auch die Unterstützung seinerseits für Kunden eben dieser Versicherung. Bei einer Mailanfrage eines deutschen Kollegen stellte sich dann heraus, dass es bei der "alten" Agentur einen Nachfolger für Honda-san gibt. Also kein Problem, sollte man meinen...

Als nun das Zweit-Mopped versichert werden sollte, wendete ich mich Ende Juli also guter Dinge an Tada-san, den Nachfolger Honda-sans. Per E-Mail bat ich ihn freundlich (glaube ich) um ein Angebot für das neue Kfz, das ich aus genanntem Grund ohne Versicherung nur ungern bewegen wollte. Nachdem einige Tage auf meine erste Mail keine Antwort kam, fragte ich nochmals nach. Und wartete weiter. Und weiter. Bis heute übrigens.

Kein Problem, wenn der Kamerad keine Geschäfte mit unbequemen Ausländern machen will oder kann, schaue ich einfach woanders. Ein anderer deutscher Kollege hat seine Fahrzeuge über eine Maklerin am Standort Higashimatsuyama (ja, das heißt so) versichert, dann gehe ich eben auch dort hin. Hätte zwar gerne alles "unter einem Dach" gehabt, aber was solls. Also wieder eine Mail geschickt (auf Englisch, nicht etwa Deutsch), ein paar Tage warten, nachhaken, warten... warten... und nichts. Bis heute.

In der Zwischenzeit kristallisierte sich (über einen weiteren Kollegen) außerdem heraus, dass Honda-sans neue Agentur zwar eine brauchbare Autoversicherung zu haben scheint, für Motorräder jedoch nichts anständiges anbieten kann (Aussage Honda-san - er wird es wohl wissen). Eine Zusatzinformation, die mich nicht weiterbringt, aber vielleicht die verfahrene Situation etwas verstärkt.

Im nächsten Akt fällt mir beim Aufräumen am vergangenen Wochenende eine Mitteilung meiner Versicherung in die Hände, die darüber informiert, dass die Versicherung für die Suzuki am 22.09.2013 abläuft (oh, das ist heute) und mich mein Agent rechtzeitig bzgl. Verlängerung kontaktieren wird (oh, das ist nicht passiert). Der Schrieb kam vor ungefähr zwei Monaten; nett dass man zeitig informiert wird. Weniger nett, dass danach nichts mehr passiert, man sich aber auf das Gegenteil verlassen hatte.

Status am 23. September ist also, dass ich zwei Motorräder vor der Tür stehen habe, die ich guten Gewissens nicht fahren kann. Herzlichen Dank.

Für den Evo kam letzte Woche die gleiche Mitteilung, nur dass ich jetzt noch bis November Zeit habe, SELBST etwas zu unternehmen.

Da es beim für meine Versicherung zuständigen Maklerbüro offenbar nicht üblich ist E-Mails zu beantworten, bat ich gestern in meiner Verzweiflung meinen stets hilfsbereiten Kollegen Reza, dort anzurufen und der Nicht-Kommunikation auf Japanisch auf den Grund zu gehen. Der Erstversuch landet nach mehreren Zwischenstationen auf einer Mobilbox, beim zweiten Mal verspricht eine Mitarbeiterin einen Rückruf. Und tatsächlich klingelt eine halbe Stunde später mein Telefon... Am anderen Ende ist - Honda-san! Der doch eigentlich nicht mehr für "meine" Versicherung zuständig ist..? WTF? Nun, er entschuldigt sich für die "inconvenience" und bietet an, am nächsten Tag vorbeizukommen und das Problem zu beheben. Seine Lösung sieht so aus, dass ich zu einer neuen Versicherung wechsele, die von seinem Büro vertreten wird. Tada-san? Keine Ahnung, was der macht. Aber sicherlich kein Englisch lernen.

Heute morgen 9:30 Uhr: Ortstermin im Büro. Honda-san wartet pünktlich mit seinem neuen Kollegen Takano-san, die Papiere liegen weitgehend ausgefüllt auf dem Tisch bereit. Ein paar Erläuterungen, ein paar Details werden geklärt und eine halbe Stunde später sind zwei Moppeds und der Evo (ab November) frisch versichert. Geht doch.

Honda-san scheint zu wissen, wie man Geschäfte macht. Da könnten Tada-san und die Versicherungstante aus Higashimatsuyama wohl noch was lernen. Wollen sie aber vielleicht gar nicht.

Diese kleine Geschichte festigt (leider) einige der Eindrücke, die ich bisher glaube gewonnen zu haben:

Viele Japaner scheinen Angst vor Ausländern zu haben oder finden sie zumindest unangenehm.
Viele Japaner scheinen kein oder nur wenig Englisch zu können.
Viele Japaner scheinen zu glauben Probleme durch aussitzen lösen zu können (was in diesem Fall ja auch wieder geklappt hat, denn der lästige Ausländer meldet sich nun nicht mehr).

Ein erstaunliches Land, eine erstaunliche Kultur. Wie funktioniert das alles, wie hält es im Inneren zusammen? Ich habe die dumpfe Ahnung, es wohl auch nach Jahren nicht zu verstehen.

Happy motoring!

/J

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Dienstag, 21. Mai 2013
Sanja Matsuri
japan | 21. Mai 13
Letzte Woche war Kai zu Besuch da. Naja, eigentlich eher zum arbeiten. Aber da er erst am Sonntag weiter nach Shanghai musste, haben wir ihn am Samstag unter den Arm geklemmt und mit nach Asakusa geschleppt, denn dort war Sanja Matsuri angesagt. Sanja... was..?

Bevor ich jetzt lang und breit erkläre worum es hier geht - das haben andere (die sich besser auskennen) schon erledigt, einfach hier nachsehen:

Sanja Matsuri und Asakusa-Schrein

Weil dem Besuch natürlich etwas geboten werden soll für sein Geld sind wir danach zum entspannen noch zum Meiji-Jingu gefahren (siehe auch hier). Trotz Wochenendbetrieb ging es hier dann auch deutlich geruhsamer zu.

Wie üblich konnte ich die Finger nicht vom Kameraauslöser lassen und will Euch eine kleine Auswahl nicht vorenthalten.


In einer der Straßen um Senso-ji und Asakusa-jinja.


Wer gerne inkognito bleiben möchte, für den ist gesorgt...


Japanische Mauerdurchbruchbohrer, aus lokaler Manufaktur und garantiert biologisch abbaubar.


Einer der unzähligen Schreine - Mikoshi - die an diesem Tag durch Asakusa geschleppt werden.


Ein paar Leute waren schon da...


Der nächste Schrein und voller Einsatz.


Whatcha lookin' at, bro..?


Auch die Kleinen dürfen mit eigenem Schrein mitmachen.


Japanische Männermode... Ja, es war heiß!


Noch einer - und Stimmung!



Kurze Verschnaufpause und Überfahrt nach Meiji-jingu:


Jede Menge gespendete Sakefässer an der Eingangsallee - ob die Mönche sich darum kümmern? Wer weiß...


Das Eingangstor - im Japanischen Torii genannt.


Auf diese Holztäfelchen kann man seine Wünsche schreiben und hoffen, dass das allabendliche Vorlesen durch die Mönche zur Erfüllung beiträgt.


Zufällig wurde wir Zeuge zweier Hochzeiten. Er schaut drein als ob er wüsste worauf er sich eingelassen hat...








Ride on!

/J

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Sonntag, 19. Mai 2013
Uälaub
japan | 19. Mai 13
So, nun haben wir endlich auch unseren ersten richtigen Urlaub gehabt seit wir hier sind. Unglaubliche drei Wochen lang. Für japanische Arbeitnehmer (und Vorgesetzte) nahezu unvorstellbar, solch episch lange Zeiträume der Arbeit fern zu bleiben. Was da alles passieren kann. Zum Glück sind wir keine Japaner.

Ob wohl jemand anhand des Fotos erraten kann, was das Ziel der Reise war..?



Mehr dazu später, das hier erst mal als Teaser und Lebenszeichen...

No worries!

/J

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